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Kerspleben
- Ortsteil von Erfurt!
Kerspleben liegt ca. 190 m hoch im südlichen Teil des
fruchtbaren Thüringer Beckens. Seit 1994 gehört Kerspleben als Stadtteil zur Stadt
Erfurt. Die wechselvolle Geschichte des Ortes wird derzeit
durch vielfältige Aktivitäten des örtlichen Heimatvereins
untersucht und dargestellt. Ein Heimatmuseum, Chronikberichte
und historische Theateraufführungen lassen die
Geschichte wieder
lebendig werden.
Bereits früher hat die kurze Entfernung zur Stadt Erfurt die
Entwicklung des Ortes entscheidend geprägt. Auch heute
profitieren die Gewerbetreibenden und Pendler von der Nähe zum
Stadtzentrum der Stadt Erfurt. Da Erfurt die Landeshauptstadt
Thüringens ist, profitiert der Ort auch durch die zentrale
Stellung einer Hauptstadt.
Die kurzen Wege zum Zentrum von Erfurt, das in nur 6 km
Entfernung südwestlich von Kerspleben liegt, prädestinieren
Kerspleben als Wohn- und Gewerbegebiet der Stadt. Durch die Nähe
zur Natur außerhalb der geschlossenen städtischen Bebauung haben
die örtlichen Wohngebiete großen Erholungswert für die
Bevölkerung.
Früher gehörte zu
Kerspleben noch der Ortsteil
Töttleben. Heute ist dieser Ortsteil jedoch ein eigener
Stadtteil. Gemeinsame Strukturen verbinden die Orte aber
weiterhin.
Um Kerspleben sind Flächen für Landwirtschaft und Gartenbau,
sowie verschiedene Grün- und Freizeitflächen angeordnet.
Im Zentrum Kersplebens befindet sich ein großer Platz, dieser
ist gleichzeitig die größte Parkanlage des Ortsteils. Eine große
Wiese wird als Spielplatz und für Festveranstaltungen genutzt.
Rund
um den zentralen Platz befinden sich
Fachwerkhäuser früherer Bauerngehöfte. Neue Gebäude befinden
sich vor allem außerhalb des Ortskerns. Ein größeres neues
Wohngebiet wurde im Nordosten errichtet. Hier stehen vorwiegend
Einfamilienhäuser
aus den Jahren 1997 bis 2003.
Der Kirchplatz mit der Kirche schließt direkt an das
Ortszentrum an.
Die Heilige-Geist-Kirche zu Kerspleben, besitzt einen 52 m hohen
Glocken- und Signalturm aus dem Jahr 1456, der Anbau der Kirche,
sowie der Aufsatz der in sich gedrehten achteckigen hohen
Turmspitze stammt aus dem Jahr 1721.
Kerspleben hat eine Fläche von 1043 ha. Im Norden erhebt sich
eine kleine
Hügelkette, deren markanteste Berge sind der Herrschaftsberg
mit 230,2 m, der Große Katzenberg mit 234,8 m und der Kleine
Katzenberg mit 235,5 m. Im Bereich der Hügelkette befinden sich
geschützte Landschaftsbestandteile. Vor allem Trockenbiotope und
Streuobstwiesen. Das flachwellige Hügelland wird weitgehend
ackerbaulich genutzt.
Durch das Gebiet Kersplebens fließt das kleine Bächlein
Linderbach, nach schweren Regenfällen können jedoch enorme
Wassermassen auftreten und den Pegel stark ansteigen lassen.
Regionalklimatisch gehört
Kerspleben zum trockenwarmen Zentrum des Thüringer Beckens
mit niederschlagsarmer, subkontinentaler Prägung. Folgende
langjährige Durchschnittswerte sind für Kerspleben
charakteristisch:
-
mittlere
Summe des Jahresniederschlags: 500 bis 550 mm
-
mittlere
Verdunstung im Jahr: 580 bis 600 mm
(Grasreferenzverdunstung)
-
mittlere
Jahrestemperatur: 8,0 bis 8,5 °C
-
mittlere
Julitemperatur: 17,0 bis 18,0 °C
-
mittlere
Januartemperatur: -1,0 bis 0,1 °C
-
Kontinentalität: 18,0 bis 18,5 K
(maximale Differenz der mittleren Lufttemperatur zweier
Monate im Jahr)
-
vorherrschende Windrichtung: W/SW
Kerspleben ist vom alten Erfurt aus direkt über die Leipziger Straße zu
erreichen. Diese führt fast geradlinig, vom flachen sich nach
Norden öffnenden Talkessel des Erfurter Zentrums, über den
Ringelberg nach Kerspleben.
Der
Ortsteil Kerspleben wurde um das Jahr 400 u.Z. von Germanen
gegründet. Die bisher nachgewiesene erste urkundliche Erwähnung
Kersplebens stammt aus dem Jahr 1104.
Eine große Blütezeit erlebte unsere Region erstmals im 13. bis
16. Jh., Grundlage war damals auch der Waidanbau.
Die klimatisch günstige Lage und die fruchtbaren Lößböden
förderten die Ansiedlung und wirtschaftliche Entwicklung. Ebenso
vorteilhaft waren die guten Verkehrswege. Erfurt und Kerspleben
lagen direkt an der Königsstraße, die von Frankfurt/Main nach
Krakow führte und Osteuropa mit Westeuropa verband. Dieses
brachte eine rege Handelstätigkeit in die Orte.
Von
den Anfängen bis heute ist ein beständiger Wandel aller
Strukturen erkennbar. Zu jeder Zeit ist jedoch die lebendig
gebliebene Kulturlandschaft entscheidend für die Entwicklung
unserer ganzen Region gewesen. Wir finden hier Zeugnisse aus
allen wichtigen urgeschichtlichen Epochen. Wenn auch die
Entstehung des Stammes der Thüringer im Dunkel der Geschichte
liegt, so wissen wir jedoch vieles von den Menschen die mit
ihrem Glauben den Namen eines ganzen Gebietes bestimmten.
Das uralte germanische Siedlungsgebiet bekam seinen Namen "Thoringi"
von den Römern. Vor ungefähr 2000 Jahren bereiste der römische
Geschichtsschreiber Tacitus germanische Gebiete. Im Bereich des
heutigen Landes Thüringen traf er hauptsächlich auf Menschen von
den germanischen Stämmen der Hermunduren und Angeln. Die
Menschen hier verehrten den Donnergott Thor. Der bedeutende
Tacitus nannte sie Söhne Thors und das betreffende Gebiet
bezeichnete er als Thoringia. Diese Bezeichnung setzte sich mit
der Übernahme vieler römischer Elemente in der weiteren
Entwicklung immer mehr durch. Der germanische Stamm der
Hermunduren, sowie in der Völkerwanderungszeit hier bleibende
Angeln und Warnen sind die Ahnen der Thüringer. Damit sind diese
zugleich auch die ersten genauer zu definierenden Bewohner
Kersplebens.
In der heutigen Zeit erleben die Menschen hier wieder einen tief
greifenden radikalen Wandel, mit ihm verschwinden viele auch
kulturhistorisch wertvolle Belege eines Jahrhunderts
Industriegeschichte. Der Wandel steht aber auch für eine Art
Verjüngungskur, denn jetzt haben sehr viele ältere Zeugnisse
einer zweitausend Jahre alten Kulturgeschichte die Chance für
die notwendige Beachtung.
Am 13.06.04 wurde durch den Heimatverein ein Ortsmuseum
eröffnet. Hier werden Zeugnisse aus allen Epochen unserer
direkten Geschichte gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht. Zahlreiche Sonderausstellungen wie die Geräte- und
Maschinenausstellungen, sowie die Dokumentation des öffentlichen
Lebens und des Alltags in vergangenen Zeiten animieren viele
Menschen zur aktiven Aufarbeitung der Geschichte und Bewahrung
der Zeugnisse der Vergangenheit.
In Kerspleben können wir heute vor allem an der
Bevölkerungsentwicklung und der Struktur des Ortes den
derzeitigen Wandel spüren.
Bevölkerungsentwicklung:
|
Jahr |
Einwohner* |
|
|
|
|
1910 |
791 |
|
1939 |
999 |
|
1994 |
877 |
|
1995 |
917 |
|
1996 |
943 |
|
1997 |
1144 |
|
1998 |
1323 |
|
1999 |
1441 |
|
2000 |
1493 |
|
2001 |
1540 |
|
2002 |
1678 |
|
2003 |
1683 |
|
2004 |
1746 |
|
2005 |
1770 |
|
2006 |
1743 |
|
2007 |
1744 |
|
2008 |
1728 |
|
|
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(*ohne Töttleben /
Einwohner mit
Hauptwohnsitz jeweils am 31.12.)
Auswahl von Struktureinrichtungen
in Kerspleben:
- Kindertagesstätte
- Grundschule
- Regelschule
- Sportplatz
- Turnhalle
-
Lebensmittelmarkt
- Bäcker
- Fleischer
- Post
- Blumengeschäft
- Gaststätte
- Hotel
- Sportpark
- Allgemeinarztpraxis
- Zahnarztpraxis
- Tierarzt
- Gewerbegebiet
mit 39 ha Fläche
Der schöne
Dorfplatz, gemütliche
Herbergen,
verschlungene
Wege,
stille
Plätze und vor
allem die
Menschen hier
laden alle
Besucher zum
Verweilen ein und sind ein Schlüssel des Aufschwungs sowie
unserer Gastfreundschaft. |
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